Therapiehund Milly im Einsatz

Endlich war es soweit. Anfang Mai 2015 startete unser Lesehundprojekt in einer Schöneberger Grundschule. Die Kinder waren mit großer Begeisterung dabei. Waren manche von ihnen darunter, die anfangs etwas zögerlich reagierten, lernten sie schnell wieviel Spaß das Lesen in einer freundlichen und entspannten Atmosphäre machen kann! Da viele der Kinder aus anderen Kulturen kamen, in denen der Hund als Haustier einen anderen Stellenwert hat als in Deutschland, lernten sie nebenbei den positiven Umgang mit einem Hund in der Art wie man sich ihm nähert, wie der Hund kommuniziert und sich bewegt. Das nahm Ängste weg, baute viele Hemmschwellen ab und stärkte das Selbstvertrauen.

Milly leistete ihren Beitrag, indem sie sich entspannt zu den Kindern legte während diese etwas aus einem von ihnen selbst ausgewählten Buch vorlasen. Keiner lachte oder machte Witze, wenn etwas nicht gleich klappte. Die Kinder konnten dabei so manche Angst vor dem laut Vorlesen verlieren und man merkte von Woche zu Woche, dass es Fortschritte gab. Nach dem Vorlesen durften die Kinder Milly füttern oder mit ihr spielen, was zusätzlich motivierte und Anreize lieferte auch zu Hause weiterzulesen und zu üben. Das machte sich bald in einem Fortschritt der Lesefertigkeit bemerkbar.

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Zum Abschluss des Projektes durften die Kinder mit Milly einen kleinen Ausflug machen. Sie erhielten ihre Lesekarteikarte und ein selbst angefertigtes Lesezeichen. Das soll sie daran erinnern wie toll sie ihre Sache gemacht haben und motivieren zu Hause selbständig weiterzulesen.

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Vielen Dank, dass du mir vorgelesen hast. Ich freue mich schon auf das nächste Mal. Wuff Wuff !!

Nun war es so weit. 8 Kinder der Kita Südende in Steglitz machten sich auf den Weg in die Räume der Südender Kirche um dort auf Therapiebegleithund Milly zu treffen. Die Veranstaltung war auf drei Projekttage angelegt, wobei die Kinder Milly einmal die Woche treffen sollten um mit ihr und über sie zu lernen, mit ihr zu spielen und Spaß zu haben. 

Hier eine kurze Beschreibung zum thematischen Inhalt des Projekts, wobei jeder Projekttag einen theroretischen und interaktiven Teil beinhaltete: 

1. Tag

Die Kinder lernen Milly kennen. Sie lernen spezifische Begriffe zum Körperbau des Hundes kennen z.B. Schnauze, Rute, Pfote.

Sie lernen Regeln, wie man sich fremden Hunden gegenüber verhält:

  • - Was mache ich, wenn ich einen fremden Hund streicheln möchte?
  • - Was mache ich, wenn ich einen fremden Hund angeleint sehe?
  • - Was mache ich, wenn ein fremder Hund auf mich zurennt und ich Angst bekomme?
  • - Was mache ich, wenn ich auf dem Bürgersteig an einem fremden Hund vorbeigehe?

Die Kinder dürfen Therapiehund Milly füttern unter Einsatz von Brückenelementen (z.B. mit Hilfe eines Löffel für ängstlichere Kinder).

Die Kinder dürfen Milly streicheln und mit ihr spielen z.B. durch den Reifen springen lassen, Becher- und Würfelspiel.

 

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Das Ziel des ersten Tages besteht darin, dass die Kinder den Therapiehund Milly und ihre Reaktionen kennenlernen, zunächst durch Beobachtung, dann durch Kontaktaufnahme und Interaktion. Die Kinder durften Milly füttern und streicheln. Sie sollen Vertrauen gewinnen und eventuell vorhandene Ängste und Hemmungen abbauen.

2. Tag

Kurze Regelwiederholung der letzten Woche.

Aufbau eines kleinen Parcours, den Milly ablaufen soll mit einem Tunnel und Reifen mit Einbau von psychomotorischen Elementen (die Kinder dürfen alle selbst durch den Tunnel kriechen).
Die Kinder belohnen Milly nach Durchlaufen des Tunnels mit Futter. Anschließend stellen sich alle Kinder hintereinander auf und Milly läuft durch ihre gespreizten Beine.
Die Kinder dürfen wieder mit Milly spielen z.B. mit dem Würfel oder Milly zieht ihnen eine locker übergestreifte Wollsocke vom Fuß und sie wird dafür von den Kindern belohnt.

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Ziel ist es diesmal, dass die Kinder eine größere Nähe zu Therapiebegleithund Milly herstellen. Sie kennen sie bereits etwas besser und haben größeres Vertrauen. Dadurch wird der Umgang mit dem Hund geschult und durch die Nähe zu Milly das Selbstvertrauen der Kinder gestärkt. Durch den Einbau der psychomotorischen Elemente wird das Selbstvertrauen der Kinder gestärkt und das Gemeinschaftsgefühl gefördert.

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3. Tag

Die Kinder bewegen sich mit Milly im Freien. Jedes Kind darf einmal die Leine halten und Milly führen.

Die Kinder lernen so das Gefühl kennen wie es ist einen Hund zu führen und unternehmen Verantwortung. Bevor sie losgehen, bekommen sie eine kurze Einweisung wie man die Leine hält und wie sie sich mit Milly auf dem Bürgersteig verhalten sollen.

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Nach dem Gang ins Freie und zum Abschluss absolvierten die Kinder einen kleinen Wissenstest, in dessen Verlauf sie zeigen können wieviel sie über den Umgang mit Milly gelernt haben. Stolz erhalten alle Kinder eine Urkunde für die Teilnahme. Die Kinder verabschieden sich von Therapiehund Milly und füttern und streicheln sie ein letztes Mal.

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Therapiehund Milly und Heilpraktikerin (PSY) Heidi Sonntag im Einsatz

Ellwanger Str. 11a - 12247 Berlin

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